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Wolkenbilder von Birgitta Thaysen
Mit der Werkgruppe Wolkenbilder wird ein neuer Beziehungsbogen zwischen Kunstfotografie und Meteorologie geschlagen. Die Frage nach Zeit und Raum ist dabei
das verbindende Thema: Die großformatigen Fotografien zeigen das Abbild des Himmels gleich einem Vexierbild, das offen lässt, ob man sich unter oder über den Wolken befindet. Geht der Blick
von unten nach oben, oder schauen wir aus der Flugzeugperspektive auf Ozeane und Kontinente herab? Dieser Ungewissheit der zeitlichen und räumlichen Orientierung stellt die Meteorologie
den Ist-Zustand von Zeit und Raum gegenüber: Zu jeder Wolkenkonstellation liefert sie eine wissenschaftliche Interpretation und atmosphärischer Deutung, die als Bildtitel dient.
Birgitta Thaysen schreibt dazu: „Ich montiere die Kamera in die Vertikale, in Richtung Himmel und beobachte durch den quadratischen Sucher, wie ein Fenster in eine faszinierend, andere
Welt geöffnet wurde. Der Himmel scheint dem Kosmos und der Schwerelosigkeit so viel näher zu sein als wir und doch ist er ein Teil von uns. Nichts scheint diesen Himmel zu begrenzen. Die
Wolken erfinden sich ständig neue Formationen und treiben heimatlos in den Raum hinein, der die Erde umfasst. Ich gerate in Orientierungslosigkeit, aber die Meteorologie legt diesen Raum und
seine Zeit für mich und Jeden fest, damit ich doch wieder ganz fest mit beiden Beinen auf der Erde stehen kann.“
Dr. Reinhart Spieler schreibt dazu: „Birgitta Thaysen
inszeniert ein Vexierspiel von Gegenständlichkeit und Abstraktion, das ständig umspringen kann. Immer schon galten Himmel und Kosmos als Inbegriff des Ungegenständlichen, Unbegrenzten und
damit auch Unfassbaren und doch ist es hier (Bild-) Gegenstand. Thaysen sucht dieses Unfassbare ausgerechnet mit dem Medium der Fotografie zu fassen.“
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