Aus Eins mach Drei
Die Gestaltung einer CD-Hülle mit Frontseite, Bodenteil und Label z.B. mit Corel Draw
( Text und Schablonen stehen unter diesem Artikel für verschiedene Grafikprogramme zum Download bereit)
Zuerst waren es Music-Cassetten für das Auto, inzwischen sind selbstgebrannte CD's und Video-Covers dazugekommen, die grafisch gestaltet werden
müssen.
Die Schwierigkeit bei den CD's war ja bisher immer noch der CD-Label-Aufdruck.
Durch CD-Etiketten von z. B. Zweckform oder Data-Becker wird dies - fast - zum Kinderspiel. Wichtig ist, daß Label und Hülle eine Identität
aufweisen, nicht nur wegen eines möglichst gelungenen Gesamteindrucks, sondern auch, um die CD schnell und auf optischem Wege der zugehörigen Hülle zuordnen zu können.
1. CD-Label
1. Die DIN-A-4-Schablone von z.B. Zweckform enthält zwei Etiketten mit standrichtiger Einteilung, die auf Corel Draw übertragen werden muß.
Erstellen Sie mittig in der unteren Seitenhälfte einen Kreis (mit Strg + Umschalttaste). Wählen Sie im Menü “Anordnen/Verändern und Größe”. Bei angekreuzter proportionaler Größe geben Sie - abweichend von der
Schablone - 40 mm ein.
Tipp:
Wenn Sie die bedruckbare Fläche um jeweils 1 mm vergrößern und die übrigen Maße anpassen, gleichen Sie kleine Ungenauigkeiten z.B. beim Einzug des
Druckers aus und vermeiden Fehldrucke.
Der Kreis wird anschließend dupliziert und gleichmäßig nach außen skaliert, indem Sie einen Eckhaltepunkt mit gedrückter Umschalttaste anfassen
und nach außen ziehen, um den exakten Mittelpunkt zu behalten. Unter Anordnen/Verändern/Größe geben Sie nun für den 2. größeren Kreis die Maße 118 mm ein.
2. Die erforderliche exakte Positionierung auf der Seite ist unter Corel Draw 7/8/9 leicht vorzunehmen. Zuerst müssen Sie die beiden Kreise
gruppieren. Unter Anordnen/Ausrichten und Verteilen befördern Sie den Doppelkreis mit den angekreuzten Kästchen “Rechts/Ausrichten an Seitenrand/Unten” an die rechte untere Seitenecke. In dem Rollup der Version 7+8
“Anordnen/Verändern/Position” sind dann folgende Schritte vorzunehmen:
- Relative Position nicht ankreuzen,
- den Pfeil daneben anklicken, so daß er nach oben zeigt,
- in den nun 9 sichtbaren Kästchen das untere/mittlere ankreuzen,
- unter V: 20,43 mm eintragen und zuweisen,
- danach das linke/mittlere Kästchen ankreuzen,
- unter H: 46,00 mm eintragen und zuweisen.
Über “Anordnen/Zuschneiden” (Gruppierung vorher aufheben) können Sie den kleineren Kreis ausschneiden und dadurch ein überflüssiges bedrucken
dieser Fläche verhindern, indem Sie zuerst den kleineren Kreis anklicken und - ohne im Menü das „Original beizubehalten“ - auf den äußeren Kreis zuschneiden.
3. Nun ist es möglich durch duplizieren den oberen Doppelkreis zu erstellen und richtig zu positionieren - wie vor - aber diesmal mit den Maßen:
H: 46,00 mm
V: 157,43 mm (20,43 + 117+20).
Sie sollten nach einem Kontrollausdruck dieses Muster - ggf auch ohne Umrißlinie - ggf. mit einer Kontroll-Farbfüllung - als General-Vorlage
separat abspeichern und eine Kopie für den noch später zu fertigen grafischen Entwurf erstellen.
II. CD-Hülle
Bei der Erstellung der CD-Hülle ist abzuwägen, ob eine Vorlage z.B. wieder von Zweckform genutzt wird oder ein eigener Entwurf besser gelingt.
Insbesondere das Front-Einlegeblatt soll als ,,Eye-Catcher" überzeugen und kann im besten Druckmodus auf Glossypapier eine optimale Farbbrilianz oder Fotoqualität erhalten. Die Maße für die Frontseite und das
CD-Bodenteil sind ohne Positionierungsaufwand schnell festgelegt.
1. Die CD-Frontseite besteht aus einem Rechteck, 242 mm breit und 120 mm hoch, auf einer Din-A-4-Seite im Querformat. In der exakten Mitte des
Rechtecks erstellen Sie eine senkrechte Knick-Linie mit dem Freihand-Stift und verschmelzen diese mit dem Rechteck.
2. Das CD-Bodenteil ist 150 mm breit und 118 mm hoch. Auf beiden Seiten ist eine Falz mit je 7 mm einzuzeichnen. Die rechte Falz ist der
CD-Hüllen-Rücken.
Tipp:
Die schmale Falz ist schwierig zu knicken. Passen Sie das bedruckte Papier in die CD- Plastikhülle durch leichtes Andrücken ein und pressen die
Boden-CD-Halterung dann mit kräftigem Druck an.
Nach Erstellung der Muster-Vorlagen kann mit den Kopien hiervon die grafische Gestaltung beginnen.
III. Grafische Gestaltung
Wenden wir uns zuerst der Frontseite zu. Gemäß dem Motto ,,Aus Eins mach Drei" verwenden wir Kopien der Zwischenschritte für das
CD-Bodenteil und für das CD-Label. Für die ausgewählte moderne elektronische Musik wird ein grafischer Entwurf erstellt, der in einer ausprobierten Handhabung von effektvollen Bitmap-Filtern zu einem raschen
Ergebnis in Photo Paint und in ähnlicher Form in Photoshop führt.
Tipp:
Die Arbeit in Photo Paint läßt sich zeitlich verkürzen oder bei knapperer RAM-Ausstattung spürbar beschleunigen, wenn Sie das neue Bild auf nur 60
mm 60 mm festlegen und mit 150 dpi anlegen. Später können Sie dann das Bitmap in Corel Draw auf die CD-Frontgröße skalieren ohne größere Qualitätsverluste in der Ausgabe auf dem heimischen Tintenstrahldrucker in
Kauf nehmen zu müssen. Bitte bedenken Sie, daß bei Bitmap-Filtern die Einstellungen oft von den eingestellten dpi abhängt. Also bei hoch eingestellten dpi, z.B. bei 300, müssen Sie die Einstellungen vergrößern, so
daß ein gröberer Effekt erreicht wird. Bei kleiner eingestellten dpi-Zahl, z.B. 150 oder weniger, müssen die Werte verringert werden.
1. Im KPT 3-VerlaufsDesigner wählen Sie bitte in der Vorschau in ,,New Gradient Examples" (Nr. 80 von 149 in der Voll-Version) den Verlauf
,,hot rod" und gehe damit auf 0 Grad, so daß das Muster vertikal steht.
Anschließend wird in Effekte/KPT/Meta Toys einmal über den Strudel mit 100 Grad der vertikale Verlauf in ein gebogenes Muster aufgelockert.
Im nun folgenden 3. Schritt wird der Filter unter Effekte~Künstlerisch/Glasblock darübergelegt, und zwar mit der Einstellung der quadratischen
Blöcke in Breite und Höhe von 100.
Um den Effekt noch zu vergrößern, wird im 4. Schritt die gleiche Einstellung von KPT!Meta Toys/Strudel (wie im Schritt 2) auf das Bild angewendet.
Damit steht das Grundmuster, das durch diese Bearbeitung zugleich einen räumlichen wie künstlerischen Eindruck macht. Einen stärkeren 3-D-Effekt
können Sie mit folgender Alternative herstellen, wenn Sie Besitzer der Vollversion von KPT 3.0 und auch Zugriff auf einen Filter in Adobe Photoshop haben.
Alternative und zugleich weitere Vorgehensweise (auch für das Photo Paint-Bild):
Anstatt des vorherigen 3. Schrittes (Glasblock) transportiere ich die Datei im Tif-Format in das Programm ,,Adobe Photoshop" und stelle unter
Effekt~Stilisierungsfilter den Filter Extrudieren ein, wobei ich die Voreinstellungen beibehalte.
Anschließend wird in der KPT-Vollversion der Filter Vortex (Pinch Vortex) mit den Einstellungen:
-Center x: -14
-Center y: -2
-Radius 32 Grad
der entscheidende 4. Schritt erledigt, mit dem das Grundmuster für alle 3 CD-Teile erstellt ist.
An dieser Stelle treffen sich nun beide Wege wieder. Die weitere Bearbeitung findet wieder ausschließlich in Photo Paint statt:
In dem angedeuteten Tunnelmund wird eine unregelmaßige hochstehende Rechteck-Maske eingepaßt und in 2 Schritten sowohl horizontal als vertikal mit
dem KPT-Verlaufsfilter ,,Translucent/ “Disk Center Patterns“ versehen und mit ,,Procedural-" zugewiesen.
Für das ,,XS" als abstrakten Titel verwende ich die Schrift ,,Trixie Plain" und fülle sie mit dem KPT-Verlaufsfilter ,,Default/who
knows" und weise diesem Filter unter ,,Glue" das ,,Add" zu.
Ggf sind noch einige Farb-und Größenanpassungen notwendig. Damit steht fast die FrontSeite.
Für die Rückseite der Front-Seite wird mit der Rechteck-Maske ein kleiner Ausschnitt herauskopiert und direkt in Corel-Draw eingefügt und montiert.
2. Für das CD-Bodenteil verwende ich das Frontbild ohne ,,XS" und setze in einer abstrakten Kästchen-Komposition den XS-Mix-Titel und
die Musiktitel ein (siehe Bild).
3. Auch für das CD-Label wird das Ursprungsbild entweder in Photo Paint rechteckig mit einer Maske herausgeschnitten oder in KPT-Vortex diesmal
mit einem Mittelpunkt, der rechts außen liegt, erstellt und in Corel-Draw in die Label-Schablone als Power-Clip eingebunden.
UMD
Der Artikel wurde in leicht überarbeiter redaktioneller Form im Corel-Magazin, Juli 1997, als Workshop veröffentlicht.